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Das Sprunggelenk und der Fuß


Fußprobleme und deren konservative und operative Versorgung machen einen regelmäßgen Teil unseres medizinischen Alltags aus. Wir haben zwei von der Gesellschaft für Fußchirurgie (GFFC) zertifizierte Fußchirurgen im Team.

    1. Sprunggelenks-Arthroskopie

      Arthroskopie aufgrund von Folgen einer Bandverletzung des Sprunggelenkes

      Neben Folgen einer reinen Bandverletzung (siehe Instabilität und Bandschädigungen) kann sich nach Knochenbrüchen eine störende Vernarbung im Gelenkbereich ausbilden, die zum „Entrapment“, d.h. dem Einklemmen von Gewebe im Gelenkspalt, führen kann. Man nennt dieses auch Narbenimpingement. Das stört die Gelenkfunktion und verursacht typischerweise belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen. In solchen Fällen kann eine Sprunggelenksarthroskopie (Schlüsselloch-OP) mit Entfernen der narbigen Gewebeanteile Abhilfe schaffen.

      Sprunggelenksarthroskopien führen wir unter stationären Bedingungen durch. 

      Arthroskopie bei Knorpelschäden am Sprunggelenk

      Nicht selten kommt es z.B. nach Umknickverletzungen auch zu Schädigungen des Gelenkknorpels an der Sprungbeinschulter. Das Sprungbein ist der Fußwurzelknochen, der den unteren Anteil des oberen Sprunggelenkes ausmacht. Auch gibt es ohne eine vorherige Verletzung (spontan) Erkrankungen des Knorpels am Sprungbein, die zu einer Ablösung eines Knorpel-Knochen-Stückchens (Osteochondrosis dissecans) führen, dass sich sogar aus dem Verbund des umgebenden Knorpels lösen und dann als freier Körper im Gelenk mobil sein kann.

      Die Domäne der Diagnostik ist das MRT. Je nach Ausmaß der Schädigung ist in manchen Fällen eine operative Maßnahme am Gelenkknorpel angezeigt. In den meisten Fällen ist dieses arthroskopisch (Schlüssellochtechnik) möglich. Die Maßnahmen reichen von einer Entfernung von abgelöstem Knorpel bzw. instabilen Knorpelabbruchkanten über das Anfrischen des darunter liegenden Knochens bis hin zum Auffüllen eines größeren Knochendefektes mit körpereigenem Knochengewebe. Zum Optimieren des Knorpelwachstums bringen wir in geeigneten Fällen eine spezielle Matrix in den Knorpeldefekt ein, die das Einwachsen von neuem Knorpelgewebe in der Defektzone begünstigt. Im Anschluss an eine Knorpeltherapie empfehlen wir ca. 2 und 4 Wochen nach der OP die Injektion von Eigenblut (ACP),wodurch die Knorpelregeneration weiter unterstützt wird.

      Arthroskopie bei Sprunggelenksarthrose

      Ein Gelenkverschleiß (Arthrose) am oberen oder unteren Sprunggelenk führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Häufig bilden sich aufgrund der Arthrose störenden knöcherne Anbauten, sogenannte Osteophyten. Diese Osteophyten können zu Funktionsstörungen und Schmerzen des Gelenkes führen und lassen sich arthroskopisch (Schlüsselloch OP) abtragen.

    2. Knöcherne Korrektureingriffe bei Zeh- oder Fußfehlstellungen (z.B. Hallux valgus, Krallenzehen u.a.)

      Je nach Fuß- oder Zeh-Fehlstellungen und in Abhägigkeit von Instabilitäten der Fußwurzel- und Mittelfußknochen gibt es unterschiedliche Verfahren zur Korrektur der Fehlstellungen.

      An den Zehen hängt das Vorgehen von der Flexibilität der kleinen Gelenke ab. Sind diese flexibel, reicht häufig ein weichteiliger Eingriff an den Sehnen und eine vorübergehende (meist 6 wöchige) Stabilisierung mit einem Draht. Bei fixierten Fehlstellungen sind in der Regel Eingriff an den Zehengelenken und -knochen notwendig. 

      Fehlstellungen am Mittelfuß und an der Fußwurzel werden meist mit einer Umstellung des Knochens (Osteotomie = Knochenschnitt) therapiert. Ergänzend kommen häufig weichteilig korrigierende Maßnahmen hinzu. Manchmal ist auch eine vorübergehende oder dauerhafte Versteifung von Fußwurzelgelenken oder von Gelenken zwischen Fußwurzel- und Mittelfußknochen erforderlich. Für die Stabilisierung dieser knöchernen Eingriffe gibt es heutzutage eine Vielzahl von speziellen fußchirurgischen Platten- und Schraubensystemen und es gibt sich auflösendende Schrauben (Magnezix).

    3. Behandlung von Belastungs- und Nervenschmerzen (z.B. Metatarsalgien, Fersensporn, Morton Neurom, Senk-Spreiz- oder Plattfuß)

      Schmerzen der Füße bei Belastung können vielfältige Ursachen haben. Für die Diagnostik sind neben der Untersuchung der Füße Röntgenaufnahmen unter Belastung hilfreich und je nach Problemsituation nicht selten auch eine MRT-Diagnostik, manchmal auch ein CT.

      Plantarfasziitis und fußsohlenseitiger Fersensporn

      Ein häufiges Krankheitsbild ist eine schmerzhafte Überlastungsreaktion im Ansatzbereich der Bindegewebsplatte der Fußsohle am Fersenbein (sogenannte Plantarfasziitis), was meist mit der Ausbildung eines fußsohlenseitigen Fersensporns einhergeht. Die Unterscheidung zu einem Nervenengpass-Syndrom an der Ferse (Irritation des „Baxter“ Nerven) ist nicht immer einfach. Behandelt wird das Krankheitsbild u.a. mit Fußgymnastik, Einlagen mit Weichbettung der Ferse und Stoßwellen-Anwendungen. Neuerdings übernimmt die Krankenkasse bei gesetzlich Versicherten die Anwendung von 3 Sitzungen Stoßwelle, allerdings erst nach einer Leidensdauer von mindestens 6 Monaten. Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Injektion von Eigenblut (ACP) in den entzündeten Bereich mit anschließender kurzer Gipsruhigstellung. Bei hartnäckigen und lange anhaltenden Beschwerden ohne wesentliche Besserung unter den aufgeführten Maßnahmen, kann eine Operation mit Spaltung von Teilen der Fußsohlen-Bindegewebsplatte (Plantarfaszie) erforderlich werden. Im Rahmen einer solchen Operation wird dann auch ein Fersensporn abgetragen.

       Stoßwelle an der Ferse - Foto der Firma Storz Medical

      Fersensporn des Rückfußes und Haglund-Exostose

      Neben einem fußsohlenseitigen Fersensporn gibt es auch Fersensporne an der Rückseite des Fersenbeines. Typischerweise sind das prominente Verkalkungen im unteren Ansatzbereich der Achillessehne, die zu einer mechanischen Problematik führen können und dann abgetragen werden.

      Die Achillessehne kann auch durch eine knöcherne Prominenz am oberen hinteren Ende des Fersenbeines beengt und chronisch gereizt werden. Die Prominenz wird Haglund-Exostose genannt und kann durch einen kleinen Eingriff abgetragen werden.

      Metatarsalgie und Nervenengpass (z.B. Morton-Neurom)

      Schmerzen im Bereich des Mittelfußes können z.B. ungünstigem Schuhwerk mit zu weicher Sohle, bei einem Spreizfuß oder bei einer im Vergleich zu den Nachbar-Mittelfußknochen zu langen Mittelfußknochen 2 und 3 hervorgerufen werden. Die zwischen den Köpfen der Mittelfußknochen entstehende Raumverengung kann wiederum eine Nervenirritation bis hin zur Ausbildung einer schmerzhaften Nervenverdickung (Morton Neurom) mit Gefühlsstörungen an den Zehen verursachen. Häufig hilft eine gute Einlagenversorgung. Bei anhaltenden Beschwerden kann je nach Ursache die Nervenverdickung entfernt werden oder auch die zu langen Mittelfußknochen eingekürzt werden.

      Fehlstellung der Füße

      Schmerzhafte Fußbelastungen durch Fehlstellung der Füße (z.B. Senk-Spreizfuß, erworbener Plattfuß, Spitzfuß u.a.) werden primär mit Einlagen oder zugerichtetem Schuhwerk therapiert. In Einzelfällen kann auch eine korrigierende OP notwendig werden (siehe knöcherne Korrektureingriff bei Zeh- oder Fußfehlstellungen).

    4. Sehnenrekonstruktion (z.B. Achillessehnen, Peronealsehnen, Tibialis anterior- und Tibialis posterior Sehnen)

      Die zum Fuß ziehenden Sehnen übertragen große Kräfte, sind aufgrund ihrer geringen Durchblutung jedoch in höherem Maße (als z.B. die Muskulatur) verschleißbedingten Veränderungen ausgesetzt. Es kommt nicht selten zu Reizzuständen der Sehnenscheiden, Auftreibungen der Sehnen mit gestörtem Gleitverhalten und einhergehendem Schmerz oder gar allmählichen oder plötzlichen Rissen des Sehnengewebes. Der Abriss einer Sehne führt je nach Art und Aufgabe der Sehne zu unterschiedlichen Funktionsausfällen. Bei chronischen Verläufen kommt es zu Fehlstellungen des Fußes durch die resultierende Asymmetrie der übertragenen Kräfte.

      Probleme der Sehnenscheide können häufig durch nicht operative Maßnahmen zur Ausheilung gebracht werden, sofern kein Impingement (Engpass durch Knochen oder anhaltende Sehnenverdickung) vorliegt. Hilfreich sind hierbei Einlagen, Physiotherapie und die Injektion von Eigenblut (ACP) mit anschließender kurzzeitiger Ruhigstellung des Fußes im Gips.

      Führen konservative Maßnahmen nicht zum Erfolg oder liegen mechanische Probleme für die Sehnenscheidenentzündung vor, kann das Problem operativ angegangen werden.

      Die Therapie eines Sehnenrisses erfolgt je nach Schädigungsmuster und Alter der Schädigung. Einige Risse können nicht operativ behandelt werden. Für die Mehrzahl der Risse ist jedoch eine Operation empfehlenswert. Das kann bei frischen Rissen eine Naht der Sehne sein, bei alten Zerspleißungen auch eine aufwendigere Rekonstruktion z.B. durch Umlenken von (Teilen) anderer Sehnen. Bei chronischen fixierten Fußfehlstellungen durch lange schon bestehendem Verlust einer Sehnenfunktion kann auch mal ein knöcherner Eingriff mit z.B. Korrektur der Stellung des Fersenbeines angezeigt sein.

      Nach Rekonstruktionen von Sehnen ist Geduld des Patienten / der Patientin gefragt, da die Heilungsprozesse langsam ablaufen und die Naht anfänglich nicht übermäßig belastet werden darf.

    5. Behandlung von Instabilitäten und Bänderverletzungen (Sportverletzungen), Bandersatz-Operationen

      Umknickverletzungen des oberen Sprunggelenkes gehören zu den häufigsten Verletzungen des Menschen. Häufig kommt es dabei zu Verletzungen der Bänder, die von der Knöchelgabe zur Fußwurzel ziehen und das Gelenk stabilisieren.

      Die Eigenheilungsrate solcher Verletzungen ist hoch. Regelmäßig findet eine Behandlung mit einer Sprunggelenksorthese statt und es kommt innerhalb von 6 bis 12 Wochen zu einer stabilen Narbenbildung.

      Aber es gibt auch Heilungsverläufe, bei denen das Band nicht stabil vernarbt. Es verbleibt dann eine Instabilität des Sprunggelenkes. Diese führt zu einer fortbestehender Umknickneigung mit Belastungsbeschwerden, Unsicherheiten beim Gehen und ggf. Gelenkschwellungen. Auch eine Arthrose des Sprunggelenkes kann sich hierdurch vorzeitig einstellen.

      Kommt es zu keiner ausreichenden spontanen Ausheilung, führen wir eine stabilisierende Operation durch, z.B. eine Bandplastik. Hierfür gibt es verschiedene Operationstechniken, die je nach Ausmaß der Gelenkinstabilität und der Anzahl der betroffenen Bandstrukturen in Absprache mit dem Patienten / der Patientin ausgewählt werden. Bei unklarer Stabilitätsproblematik kann die Stabilität mit Hilfe einer Sprunggelenkspiegelung (Arthroskopie) überprüft werden.

      Auch kann die gelenknahe Bandverbindung zwischen Waden- und Schienbein verletzt werden (sogenannte Syndesmosen-Verletzung). Eine Heilung der Syndesmose ist bei guter Gelenkstellung ohne Operation möglich, wenn ausreichend lang eine Belastung des Fußes vermieden wird. Kommt es aber zu einem Auseinanderweichen der Knöchelgabel, wird Gelenkgabel nach korrektem Einrichten durch eine operative Maßnahme stabilisiert.

    6. Sprunggelenk- und Fußwurzel-Arthrodesen (Versteifung von Fußwurzel oder Sprunggelenk bei fortgeschrittener Arthrose)

      Versteifungsoperation des Sprunggelenkes

      Bei fortgeschrittenen Verschleißschäden des oberen oder unteren Sprunggelenkes lässt sich eine langfristige Beschwerdelinderung und gute Belastbarkeit durch eine operative Versteifung des Sprunggelenkes erreichen.

      Das obere oder untere Sprunggelenk verliert dabei zwar seine Beweglichkeit. Jedoch ist diese in der Regel wegen der fortgeschrittenen Arthrose sowieso erheblich eingeschränkt. Trotz der Gelenkversteifung kommt ein recht normales Gangbild zustande. Das Gehen wird erleichtert durch Abrollhilfen an der Schuhsohle. Für eine Versteifung (Arthrodese) am Sprunggelenk nutzen wir Schrauben und in Einzelfällen Platten oder spezielle Nägel.

      Alternativ kann bei Verschleiß des oberen Sprunggelenkes auch ein künstlicher Gelenkersatz eingesetzt werden. Die Beweglichkeit bleibt dabei weitgehend erhalten.  Allerdings kann es aufgrund der hohen Belastungen im Sprunggelenk häufiger als bei einem Knie- oder Hüftgelenkersatz zu Lockerungsproblemen der Sprunggelenksprothese kommen. 

      Versteifungsoperation der Fußwurzel

      Verschleißschäden können auch an verschiedenen Fußwurzelgelenken auftreten. Typische Beschwerden sind Belastungs- und später auch Ruheschmerzen sowie Gelenkschwellung und Überwärmung.

      Wenn sich durch nicht-operative Maßnahmen, wie z.B. Einlagenversorgung, Schuhabrollhilfe oder orthopädisches Schuhwerk, keine ausreichende Linderung erreichen lässt, bietet die operative Versteifung des entsprechenden Fußwurzelgelenkes sehr gute Erfolgsaussichten. Heutzutage gibt es speziell für den Fuß entwickelte OP-Instrumentarien und spezielle Platten- sowie Schraubensysteme, die eine sichere und gewebeschonende operative Versorgung möglich machen.

    7. Probleme der Zehennägel (z.B. Unguis incarnatus)

      Probleme eines entzündeten Nagelwalls z.B. durch „eingewachsene“ Zehennägel, dem sogenannten Unguis incarnatus, sind recht häufig. Die Ursache ist z.B. ein zu starkes Kürzen oder ein Abbrechen des Nagels oder auch ungünstiges Schuhwerk. Primär erfolgen nicht operative Maßnahmen mit regelmäßigem Reinigen der Nageltasche, Fußbädern und Anwendung von z.B. Alaunsalzen zum „trocknen“ und Beruhigen der entzündlichen Nagelwallreaktion. Die Beruhigung der entzündlichen Reaktion dauert jedoch einige Zeit.

      Bei anhaltenden Problemen wird der Nagelrand einschließlich dem darunter liegendem Nagelbett operativ entfernt und die Nageltasche gesäubert, ggf. auch unter Entfernung der den Nagel bildenden Grundsubstanz (Matrix). Dann bleibt der Nagel dauerhaft etwas verschmälert.